"Ich hätte warten sollen, bis diese Biester angreifen, dann hätte ich gesehen, ob ihre Waffen hätten etwas ausrichten können…" dachte sich das Wesen. Doch ihre Natur ließ dies nicht zu. Sie hatte ihnen einfach helfen müssen.
"Na warte, du kleines Ding, ich bekomme dich!" rief Colt und eröffnete mit diesen Worten die Jagt. Mit großen Schritten und wild fluchend sprang und rannte er quer über die grüne Wiese. Sein Hut war ihm vom Kopf gefallen und hing an seinem Hals.
Immer wieder war, so schien es, etwas wie ein helles Lachen zu hören. Dies spornte Colt nur noch mehr an, da er sich ein wenig veräppelt vorkam. Mit einem enorm großen Schritt, bei dem sofort klar war, dass er danach nicht stehend ankommen würde, gelang es ihm da Wesen zu ergreifen. Zusammen fielen und rollten sie über die Wiese, wobei das Gelächter der anderen deutlich zu hören war. Japsend und keuchend blieb Colt liegen, das komische Ding noch immer in beiden Händen haltend.
"Lass mich los du Grobian!" fauchte das kleine Etwas und versuchte mit seinen Flügelchen zu schlagen. Doch gegen Colt hatte es einfach keine Chance.
April lief zu den beiden. "Was hast du denn da gefangen, Cowboy?" fragte sie neugierig, während auch die anderen dazukamen.
"Das weiß ich noch nicht so genau, Prinzessin. Aber es ist ein wirklich freches Etwas!" antwortete Colt und betrachtete sich das Zappelding in seiner Hand.
"Du großer Trampel, lass mich endlich los oder willst du mir die Flügel brechen?" keifte die Lichtgestalt.
April beugte sich zu Colts Händen und blickte das kleine Wesen freundlich lächelnd an.
"Wenn du uns versprichst, dass du nicht abhaust und uns sagst, was hier los ist…" Stellte April eine Bedingung.
"In Ordnung!" antwortete es, nachdem es April mit Schräggelegtem Kopf betrachtet hatte und als ehrlich eingestuft hatte.
Die Blondine gab Colt einen Wink und dieser öffnete mit einem grummeln die Hände und ließ es frei.
Flatternd hob es sich in die Lüfte, drehte freudig ein paar Pirouetten und kam dann im Sturzflug auf den noch immer in der Wiese liegenden Colt zu. Kurz vor seiner Nase stoppte es und verpasst ihr einen Tritt.
"Das ist dafür, dass du es wagst, eine Fee zu fangen und ihr fast die Flügel zu brechen!" piepste die Fee.
"Eine Fee?" fragte Fireball nach. So etwas gab es doch nur in Märchen! Das war doch irrsinnig.
"Ja, eine Fee! Siehst du das etwa nicht?!?" fragte die Fee aufgeregt und schwirrte nun um Fires Gesicht herum.
Saber musste unwillkürlich lächeln. Es sah einfach zu ulkig aus, wie diese Fee den Rennfahrer verwirrte und zum Narren hielt. Doch das alles ließ ihn nicht die ernste Situation vergessen, in der sie sich befanden.br>
"Wir glauben dir. Doch wir sind verwirrt. Wir wissen gerade nicht, wo wir sind… Und noch wichtiger, was hat uns da gerade angegriffen? Und wie hast du uns gerettet?" mischte sich der Schotte nun ein und wandte sich direkt an die Fee.
Die Fee legte ihre kleine, süße Stirn in Falten und flog zu Saber.
"Ihr wisst nicht, wo ihr seid? Und ihr wisst auch nicht, was euch angegriffen hat?" fragte sie erstaunt nach und drehte sich einmal um die eigene Achse, um jeden der Vier einmal anzusehen.
Colt hatte sich mit Aprils Hilfe wieder aufgerichtet und sich den Schmutz von den Kleidern geklopft.
Die kleine Fee glaubte den Menschen. Doch das hieß, dass sie aus der anderen Welt kamen… Und das hätte nie geschehen dürfen!
"Zuerst einmal: ich bin Fanny. Und ich bin eine Fee. Das, was euch angegriffen hat, waren böse, fiese und nichtsnutzige Trolle. Dumm, aber verdammt stark." Begann sie zu erzählen.
"Und diese Welt heißt Smaroga. Gerettet habe ich euch mit meinem Feenstaub. Er schmerzt die fiesen Dinge und sie ergreifen die Flucht." Fuhr sie fort. Saber wollte gerade weitere Fragen stellen, als er von Fanny auch prompt zum schweigen gebracht wurde.
"Und bevor ihr jetzt dumme Fragen stellt und mir damit den letzten Nerv raubt, werde ich euch sagen, was ich vermute: ihr seid aus der anderen Welt hierher gekommen. Ich vermute, dass das Gleichgewicht durch den Krieg so aus den Fugen geraten ist, dass sich nun Risse bilden, durch die die Bewohner eurer Welt in die unsere gezogen werden." Erklärte sie ihre Gedanken.
Die Augen der Freunde wurden groß, denn das, was sie da hörten, brachte ihr Weltbild aus den Fugen. Eine andere Welt? Ein Riss?
Fanny sah, die ungläubigen Blicke.
"Ich weiß, dass es schwer für euch sein muss, das zu akzeptieren. Doch es ist so. Eine andere Erklärung gibt es nicht." Sagte die Elfe mit leiser Stimme. Es musste schrecklich sein, so etwas zu erfahren…
Die Star Sheriffs sahen sich geschockt an. Keiner wusste, was er sagen sollte. Langsam aber sicher schnürte ihnen die Angst den Hals zu. Die Gedanken rasten und schwirrten in den Köpfen umher. Wie sollten sie zurückkommen? Was sollte jetzt passieren?
"Uff! Das ist ein hartes Stück…" fand nun Colt seine Sprache wieder. Er zog seinen Hut ein Stück nach hinten und sah die kleine Fee an.
"Hast du auch eine Idee, wie wir hier wieder weg kommen?" fragte er weiter. Alle Augen waren gespannt auf Fanny gerichtet.
"Mhh…" machte diese und schwirrte kurz umher. Sie musste nachdenken und das konnte sie am besten, wenn sie den Wind um die Nase spürte. Nach kurzer Zeit senkte sie sich in einer Spirale zu den Menschlein herab.
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