"Du musst jetzt ganz fest an Nimmerland denken, dann kannst du fliegen." Erklärte Naseweiß April noch mal kurz. Diese nickte und versuchte nun an Nimmerland zu denken. Während April an Nimmerland dachte, hob sie langsam vom Boden ab und sie schwebte durch ihr Zimmer. Da sie sich aber durch die Situation so erschreckte, riss sie die Augen auf und dachte nicht mehr daran, an Nimmerland zu denken und schon landete sie wieder unsanft auf dem Boden.
"Autsch" April stand auf und rieb sich ihren Po. Naseweiß konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
"Es wäre schon ratsam, wenn du immer an Nimmerland denkst, es wäre ungünstig, wenn du während des Fluges gleich die Gedanken woanders hin schweifen lässt. Denn dann wirst du etwas tiefer fallen, als hier in deinem Zimmer." April sah die kleine an, nickte und dachte nochmals an Nimmerland. Sie hob wieder vom Boden ab, und schwebte. Auch, als sie diesmal ihre Augen öffnete, dachte sie weiterhin an Nimmerland. Naseweiß flog aus dem Fenster und April folgte ihr.
"Auf nach Nimmerland." Rief Naseweiß und April stimmte ihr durch ein Kopfnicken zu. Die beiden flogen immer weiter in den Himmel hinauf. Bis Naseweiß auf einmal meinte
"Bis zum zweiten Stern Rechts und dann geradeaus bis zur Morgenröte. Dann kommen wir direkt nach Nimmerland." April nickte und folgte Naseweiß.
Nach einiger Zeit konnte April eine kleine Insel mitten im Meer entdecken. Ein Stückchen weiter ankerte ein Schiff, das ganz nach dem Piratenschiff aussah, auf dem Hook leben sollte. Die Beiden flogen in die Mitte der Insel und landeten auf einem großen Platz, der beim genaueren hingucken aussah, wie ein übergroßer Spielplatz.
"Das ist also Nimmerland." Mehr konnte April nicht sagen, so überwältigt war sie von diesem Ort. Aber genauso machte sie sich Vorwürfe, dass sie ihrer Mutter damals nicht geglaubt hatte.
"Ich bin gleich wieder zurück, warte bitte hier." Kam es kurz von der kleinen Fee und schon war sie verschwunden. April nutzte die Zeit sich etwas auf dem Platz umzusehen. Egal wo sie hinblickte, überall sah Baumhäuser und alle waren miteinander verbunden. Entweder durch Lianen, Hängeleitern oder gar Strickleitern. Alles hier lud zum spielen ein. Aber etwas viel April direkt auf: es war hier sehr ruhig. Zu ruhig für ihren Geschmack. Wenn hier doch eigentlich immer was los war, so wie ihre Mutter es ihr immer erzählt hatte, warum war es dann so still?? April begann sich umzusehen. Obwohl sie eigentlich auf die kleine Fee warten sollte. Aber in ihr machte sich ein ungutes Gefühl breit. Sie hoffte, dass sie sich täuschte.
Währenddessen war Naseweiß in das Baumhaus von Peter geflogen und wollte ihm erzählen, was ihr April über ihre Mutter erzählt hatte und dass sie sogar April mitgebracht hatte. Aber sie war noch nicht ganz in der Tür, kam ihr schon der erste Gegenstand entgegen geflogen. "Peter was ist denn los mit dir? Wo sind die verwunschenen Jungs? Es ist draußen so ruhig." Naseweiß versuchte an Peter heranzukommen, aber das einstigste, was von Peter kam war: "Die Jungs sind weg, ich konnte nichts tun. Lass mich in ruhe Naseweiß!" So kannte sie Peter überhaupt nicht, sie versuchte in dem dunklen Baumhaus etwas zu erkennen. Nach einem Moment konnte sie auch Peter ausfindig machen. Er saß zusammengekauert in einer Ecke seines Baumhauses und sie glaubte auch, ihn weinen zu hören, war sich aber nicht sicher.
"Ich habe jemanden mitgebracht, Peter. Vielleicht kann sie uns helfen." Plötzlich erhob sich der Junge und kam direkt auf Naseweiß zu.
"Wo ist Wendy?" Peters Augen begannen zu strahlen, als ob nie etwas gewesen wäre. Ohne eine Antwort seiner kleinen Freundin abzuwarten, verließ er das Baumhaus und flog direkt auf den großen Platz, wo eigentlich April stehen sollte. Aber der Platz war leer. Enttäuscht landete Peter auf dem Platz und sah sich um. Naseweiß war ihm gefolgt und wollte ihm erklären, dass sie nicht Wendy sondern deren Tochter mitgebracht hatte. Aber Peter wollte ihr einfach nicht zuhören. Er sah sich um und erkannte eine weibliche Person mit blonden, langen Haaren, die etwas entfernt von ihm stand.
"Wendy!" rief Peter freudestrahlend und flog direkt auf die Frau zu. April war erschrocken, als sie plötzlich hörte, wie jemand nach ihrer Mutter rief und drehte sich um. Peter landete genau vor ihr und sah sie mit großen Augen an
"Du bist nicht Wendy! Wer bist du?!" April wusste anfangs nichts zu sagen. Sie war überrascht, dass man sie an einem Tag gleich zwei Mal mit ihrer verstorbenen Mutter verwechselte. Nun mischte sich Naseweiß ein
"Peter, ich habe dir doch versucht zu sagen, dass ich nicht Wendy mitgebracht habe, aber du wolltest mir ja nicht zu hören." Peter wurde sauer.
"Naseweiß, ich schick dich los um Wendy zu holen und dann tauchst du hier mit einem wildfremden Menschen auf!"
"Aber Peter, meinst du nicht auch, ich habe meine Gründe, warum ich das Mädchen und nicht Wendy mitgebracht habe?" Naseweiß war von Peter enttäuscht, so sauer hatte sie ihn schon lange nicht mehr gesehen. Endlich fand April ihre Worte wieder.
"Ich heiße April und bin Wendys Tochter." Sofort lenkte Peter wieder seine gesamte Aufmerksamkeit auf April.
"Wo ist Wendy und warum ist sie nicht hier? Hat sie uns vergessen?" Peter verstand langsam gart nichts mehr.
"Es tut mir leid, dass du es so erfahren musst, aber Naseweiß konnte meine Mutter nicht mitbringen, da sie vor einem halben Jahr gestorben ist. Und nein, sie hat dich und Nimmerland nie vergessen." Traurig sah April zu Peter. In seinen Augen bildeten sich Tränen.
"Sie ist.." er brach ab, es war zu schmerzhaft für ihn, dieses Wort auszusprechen.
"Das erklärt auch, warum sie seit einem halben Jahr nicht hierher gekommen ist." Jetzt sah April erschrocken und auch gleich überrascht auf Peter.
"Sie war noch öfters hier?" Peter nickte.
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