Der Vorhang ging zu und Jesse trat erneut auf die Bühne. "Welch kühner Plan war es doch, die kleine Prinzessin Aurora an den Prinzen des Nachbarlandes zu verheiraten, um an das begehrte Raumschiff.... ähm die Pferdezucht zu kommen. Doch auch der andere König...." Jesse stockte. "Hat der eigentlich einen Namen!?" rief er und hinter der Bühne antwortete jemand: "Nein!"
"Also gut...." fing Jesse wieder an: "....auch der andere König hatte so seine Pläne. So traf er seinen Sohn im Pferdestall und erzählte ihm davon."
Der Vorhang wurde aufgezogen und das Kulissenbild eines Stalls kam zum Vorschein. Davor standen Steed und Nova, denen man einen schwarzen Stoff übergeworfen hatte. Josh stand in einem Prinzengewand davor und König Jared kam hinzu.
"Mein Sohn." sagte er stolz.
Josh blickte auf: "Ja? Ehrwürdiger Vater?" fragte er.
"Ich habe soeben einen Brief erhalten. Der impotente König des Nachbarlandes möchte, dass du später einmal seine Tochter heiratest." König Jared war voller Stolz.
"Aber Vater, sie soll eine ganz häßliche Nase haben." beschwerte sich der Prinz.
"Aber mein Sohn, das tut doch nicht zur Sache. Die Eltern werden ihr sicher eine Operation bezahlen. Außerdem mußt du nur immer an den Sex denken, mein Junge." sagte er.
"Das ist ein jugendfreies Stück!" zischte Robin vom Vorhang her.
König Jared räusperte sich: "Was ich meinte, war.... äh....." er hatte seinen Text vergessen.
Robin flüsterte: "Denk nur an das wunderschöne Königreich, das du beherrschen wirst." und König Jared wiederholte es.
"Aber Herr Vater, das wunderschöne Königreich ist das im Norden. Prinzessin Aurora ist aber aus dem Westen." berichtige ihn der Sohn.
"WAS? Nun, dann wirst du sie nicht heiraten. Meine Güte, wäre das ein Fehler, wir sind seit Jahren mit dem Reich im Westen verfeindet."
Robin wurde ungeduldig: "Falsche Geschichte! Wir spielen Dornröschen und nicht Romeo und Julia!" flüsterte sie wütend.
"Ja.... nun, ich nehme alles zurück. Du wirst sie heiraten, ob du willst oder nicht!" bestimmte nun der König und verließ den Stall.
Dann schloß sich der Vorhang wieder und Jesse trat auf die Bühne.
"Nun war die Sache geklärt und die Hochzeit arrangiert. Und sie hätte auch statt finden können, hätte die Prinzessin nicht so ein tragisches Schicksal ereilt." sagte er und tat ganz theatralisch.
Plötzlich hörte man hinter dem Vorhang Gerumpel und Gefluche und als er sich der Vorhang erhob, sah man, dass sich die vielen Wrangler, welche die Gäste spielen sollten, gegenseitig durch die Gegend geschubst hatten. Zu sehen war wieder die Ballsaalkulisse mit der Wiege und den Stühlen. Commander Eagle und Prinz Roland traten nun erneut auf die Bühne.
"Wir danken allen Herrschaften, die heute hier erschienen sind, um mit uns die Taufe unserer Aurora zu feiern. Bitte achtet nicht auf den Verband an ihrer Nase, sie ist uns neulich vom Wickeltisch gefallen." erklärte der König, Dies stimmte zwar, war aber nicht der wirkliche Grund für den Verband. Die Herrschaften nickten wissend.
"Sie hatte die Nase ihres leiblichen Vaters." kicherten die Hofdamen.
Plötzlich erschienen drei Frauen in schillernden Kleidern.
"Wir sind die guten Feen." sagten sie. Hierbei hörte man deutlich heraus, dass die Fee im rosa Kleid von Colt gespielt wurde. Die erste Fee, in ein blaues Gewand gekleidet, war Sincia, die sich nun an die Wiege stellte und hinein blickte.
"Mein liebes Kind, ich schenke dir Myrrhe." sagte sie und stellte eine kleine Kiste in die Wiege.
Dann trat die zweite Fee hervor, welche von Colt gespielt wurde.
"Von mir sollst du diesen Blaster..... ähm diesen Weihrauch erhalten." Diesen legte er zu der Kiste.
Doch bevor die dritte, im gelben Kleid, hervortreten konnte, kam eine große, schwarze Gestalt hinzu. Es war Nemesis, der die böse Fee spielte. Er kam aus der hintersten Reihe der Statisten.
"Diese ganze Veranstaltung ist so langweilig. Deswegen will ich dir auch ein Geschenk machen. Ich verspreche dir, Fleischling, dass du dich an deinem achtzehnten Geburtstag mit einem Blaster selbst erschießen wirst." sagte er und ging dann gelangweilt von der Bühne.
Die Zuschauer waren geschockt und die Königin fing an zu weinen. Doch die letzte Fee hatte ihren Wunsch für die kleine Prinzessin noch nicht ausgesprochen und trat nun an die Wiege. Robin spielte die Fee und war bedacht darauf, sich genau an den Text zu halten.
"Weißt du, kleine Prinzessin, eigentlich sollte ich dir ja Gold schenken, aber davon hast du ja eh genug, also will ich dir statt dessen versprechen, dass du nicht an dem Blaster stirbst, sondern nur in einen tiefen Schlaf fällst, da es nur ein Betäubungsblaster sein wird." sagte sie.
Der Vorhang fiel und Jesse, der glaubte, er bräuchte einen stärkeren Auftritt, ließ sich an einem Seil hinab auf die Bühne.
"Was war das nur für ein schwerer Schicksalsschlag. Nun drohte dem armen Königreich die Abrüstung. Doch der König war gegen den Wunsch seiner Gattin, alle Blaster des ganzen Reiches zu verbrennen und so sandte er die drei guten Feen in den Wald, wo sie die kleine Prinzessin erziehen sollten. Zwar mochten die Feen überhaupt keine Kinder und besonders die rosa Fee war nicht begeistert, dass sie nun ohne Blaster ihr Mittagessen jagen sollte, aber sie schafften es, Aurora zu einer wunderschönen, liebreizenden, aber leicht dümmlichen Frau zu erziehen."
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